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Konto mit Kreditkarte: Passende Kontomodelle und Gebühren im Überblick

Wer ein Konto mit Kreditkarte sucht, stößt schnell auf eine verwirrende Vielfalt an Begriffen. Charge Card, Debitkarte, Revolving Card und Prepaid-Karte werden im Alltag oft alle als „Kreditkarte“ bezeichnet, funktionieren aber technisch und finanziell sehr unterschiedlich. Welches Kontomodell dazu passt, hängt weniger vom Namen der Karte ab als davon, wie und wann Zahlungen tatsächlich vom Konto abgebucht werden und genau das entscheidet am Ende auch über die Gebühren.

Kontomodelle im Überblick: Was Kreditkarte und Girokonto unterscheidet

Bei einer klassischen Charge Card sammelt die Bank alle Zahlungen eines Monats und bucht den Gesamtbetrag anschließend in einer Summe vom hinterlegten Girokonto ab. Eine Debitkarte bucht dagegen jede Zahlung sofort direkt vom Konto ab und bietet damit keinen eigenen Kreditrahmen, während Revolving-Karten einen flexiblen Rahmen bereitstellen, der auch in Raten zurückgeführt werden kann, natürlich gegen entsprechende Zinsen. Prepaid-Karten schließlich funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis und eignen sich vor allem dort, wo keine oder nur eine eingeschränkte Bonitätsprüfung möglich oder gewünscht ist.

Nicht jede Karte ist zwingend an ein bestimmtes Girokonto gebunden. Manche Anbieter vergeben Kreditkarten unabhängig vom bestehenden Bankverhältnis, andere setzen ein Konto bei derselben Bank als Referenzkonto voraus. Hier lohnt es sich, die unterschiedlichen Kreditkartenanbieter vor dem Abschluss intensiv miteinander zu vergleichen.

Für die Bonitätsprüfung gilt: Charge Cards und Revolving-Karten setzen in der Regel eine positive Bonitätsauskunft voraus, da die Bank hier tatsächlich einen Kreditrahmen zur Verfügung stellt. Debit- und Prepaid-Karten kommen ohne oder mit stark vereinfachter Prüfung aus, weil ausschließlich über das vorhandene Guthaben verfügt werden kann. Wer bereits einen Eintrag beim Kreditschutzverband hat oder aus anderen Gründen keine klassische Kreditkarte erhält, weicht deshalb häufig auf eine Debit- oder Prepaid-Lösung aus, die im Alltag ähnliche Funktionen bietet.

Das Recht auf ein Konto: Basiskonto und Kontowechsel

Seit September 2016 regelt das Verbraucherzahlungskontogesetz (VZKG), dass jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein sogenanntes Basiskonto mit grundlegenden Zahlungsfunktionen bei einem österreichischen Kreditinstitut hat, unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Wohnsitz. Ergänzend dazu verpflichtet das Gesetz alle Banken zu einem standardisierten Kontowechsel-Service. Die neue Bank übernimmt dabei sämtliche Formalitäten wie die Kündigung des alten Kontos, die Umstellung von Daueraufträgen und Lastschriften sowie die Verständigung regelmäßiger Zahlungspartner. Die genauen Vorgaben dazu finden sich in der Fassung des VZKG im RIS.

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Ein Zahlungskonto lässt sich außerdem gemäß Zahlungsdienstegesetz grundsätzlich jederzeit kostenlos kündigen, was den Wechsel zu einem passenderen Kontomodell zusätzlich erleichtert, wenn sich etwa die Gebührenstruktur oder das Kreditkartenangebot der aktuellen Bank ändert.

Für Kontomodelle mit inkludierter Kreditkarte gilt seit 2018 zusätzlich eine strengere Informationspflicht. Jede Bank muss für jedes einzelne Kontomodell eine eigene, standardisierte Entgeltinformation bereitstellen, bevor ein Vertrag zustande kommt und während der Laufzeit regelmäßig eine Aufschlüsselung der tatsächlich verrechneten Kosten liefern. Damit lässt sich erstmals systematisch nachvollziehen, welcher Anteil der jährlichen Kosten tatsächlich auf die Kreditkarte entfällt und welcher auf das Konto selbst.

Vergleichbarkeit der Gebühren: Warum der AK-Bankenrechner eine Sonderrolle hat

Damit sich Kontogebühren zwischen Banken überhaupt seriös vergleichen lassen, schreibt das VZKG eine gesetzlich festgelegte Vergleichswebsite vor. In Österreich übernimmt diese Rolle der von der Bundesarbeitskammer betriebene Bankenrechner, der neben den reinen Kontokosten auch die Preise für Kreditkarten mit und ohne Versicherungsschutz auflistet. Wie die Arbeiterkammer zu ihrem Bankenrechner erläutert, tragen die teilnehmenden Banken ihre Konditionen selbst ein und aktualisieren sie laufend, wodurch ein großer Teil des heimischen Marktes abgebildet wird.

Der Vergleich ist deshalb aussagekräftiger als reine Werbeversprechen einzelner Anbieter. Er ordnet Angebote nach den tatsächlichen jährlichen Kontokosten auf Basis des eigenen Nutzerprofils, statt nur die niedrigste Einzelgebühr hervorzuheben.

Worauf bei Gebühren und Kartenwahl konkret zu achten ist

Die Kontoführungsgebühr ist längst nicht mehr der einzige relevante Kostenpunkt. Hinzu kommen oft eine separate Kartengebühr für die Kreditkarte, Entgelte für Bargeldbehebungen im Ausland, Fremdwährungsaufschläge sowie Zinsen bei Überziehung des Kontos oder bei Teilzahlung über eine Revolving-Karte. Manche als „kostenlos“ beworbene Karten verzichten zwar auf die Jahresgebühr, verrechnen dafür aber Zinsen ab dem Tag der Abhebung oder setzen ein bestimmtes Kontomodell derselben Bank voraus.

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Wie sich das in der Praxis auf vier verbreitete Kontomodelle auswirkt, zeigt ein Vergleich:

  • easybank easy gratis: 0 Euro Kontoführung ab 400 Euro Gehaltseingang oder unter 27 Jahren, sonst 14,70 Euro pro Quartal; Überziehungszinsen 12,50 Prozent; Fremdwährung 0,75 Prozent; Debitkarte inklusive, Kreditkarte nicht.
  • BAWAG KontoBox Small: 6,08 Euro monatlich; Überziehungszinsen 12,50 Prozent; Fremdwährung 0,75 Prozent; Debitkarte inklusive, Kreditkarte nicht.
  • Erste Bank s Kompakt Konto: 3,89 Euro monatlich; Fremdwährung 0 Prozent; Debitkarte inklusive, Kreditkarte nicht.
  • N26 Smart: 4,90 Euro monatlich; Fremdwährung 0 Prozent; Debitkarte inklusive, Kreditkarte nicht.

Auffällig: Bei keinem der vier Modelle ist eine echte Kreditkarte inkludiert, überall liegt lediglich eine Debitkarte bei. Das bestätigt in der Praxis die Unterscheidung vom Beginn dieses Beitrags und ist gerade bei Mietwagen- oder Hotelbuchungen mit Kautionshinterlegung der praktisch wichtigste Punkt, den Kontoinhaber vorab klären sollten.

Einen aktuellen Marktüberblick zu Kontomodellen mit inkludierter oder optionaler Kreditkarte bietet Capitalo mit seinem Girokonto-Vergleich, der Gebühren, Kartentypen und Zusatzleistungen verschiedener Banken für Österreich gegenüberstellt.

Wer viel im Ausland unterwegs ist, sollte gezielt auf Fremdwährungsgebühren und kostenlose Abhebungen achten, während für den reinen Inlandsalltag oft schon ein einfaches Modell mit Debitkarte ausreicht und sich eine zusätzliche, kostenpflichtige Kreditkarte kaum auszahlt.

Auch Zusatzleistungen wirken sich auf den tatsächlichen Wert eines Kontomodells aus. Reise-, Unfall- oder Einkaufsversicherungen sind bei manchen Kreditkarten im Preis inkludiert, bei anderen kostenpflichtig zubuchbar. Wer diese Versicherungen ohnehin privat abgeschlossen hat, zahlt mit einer entsprechend ausgestatteten, teureren Karte womöglich doppelt für denselben Schutz. Ein Punkt, der in reinen Gebührenvergleichen leicht untergeht, aber über die Jahre spürbar ins Gewicht fällt.

Überziehung und Kreditrahmen: Ein oft übersehener Kostenfaktor

Neben der Kartenwahl lohnt sich ein Blick auf die Konditionen für den Überziehungsrahmen des Girokontos selbst. Wird das Konto regelmäßig und über längere Zeit stark überzogen, greifen teils deutlich höhere Zinssätze als bei einer Revolving-Kreditkarte mit vergleichbarem Rahmen. Bei gängigen Girokonten liegen die Überziehungszinsen aktuell bei rund 12,50 Prozent, eine reale Hausnummer, an der sich der Vergleich mit einer Revolving-Karte festmachen lässt, statt ihn nur allgemein zu behaupten. Überzieht man sein Konto durchgehend mit einem Betrag, der mehr als das Eineinhalbfache der durchschnittlichen monatlichen Eingänge beträgt, sieht das VZKG sogar ein verpflichtendes Beratungsgespräch der Bank über günstigere Alternativen vor. Ein Hinweis darauf, wie ernst der Gesetzgeber dauerhafte Überziehungen einstuft.

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Wer ohnehin regelmäßig einen Kreditrahmen benötigt, sollte deshalb die Zinssätze von Kontoüberziehung und Kreditkarte direkt gegenüberstellen, statt sich allein an der jährlichen Kartengebühr zu orientieren, die bei intensiver Nutzung des Rahmens meist die kleinere Kostenposition ist.

Wer Kontomodell und Kreditkarte gemeinsam vergleicht, zahlt am Ende weniger

Ein Konto und die dazugehörige Karte lassen sich selten getrennt betrachten. Die Kartenart bestimmt, wann Zahlungen abgebucht werden, während das Kontomodell über Grundgebühr, Überziehungszinsen und Zusatzleistungen entscheidet. Wer beide Bausteine gemeinsam vergleicht, statt sich allein von einer beworbenen Kartengebühr von null Euro leiten zu lassen, findet meist die insgesamt günstigere Kombination und kann dank gesetzlich geregeltem Kontowechsel bei Bedarf auch später noch unkompliziert zu einem passenderen Anbieter wechseln. Gerade weil sich Nutzungsverhalten im Lauf der Zeit ändert, lohnt sich ein solcher Vergleich nicht nur bei der ersten Kontoeröffnung, sondern in regelmäßigen Abständen erneut.

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