Darf ich bei mehreren Banken Konten haben?

Jeder Mensch darf so viele Bankkonten haben, wie er/sie will. Das ist erlaubt, und vielfach macht es Sinn, mehrere Girokonten zu haben – etwa zur Trennung von privaten und geschäftlichen Ausgaben. Oder man hat ein gemeinsames Haushaltskonto, auf das jedes berufstätige Familienmitglied einen bestimmten Betrag einzahlt, und von dem sämtliche Ausgaben für das gemeinsame Leben bestritten werden. Daneben führt man sein eigenes privates Konto.

Dank kostenloser Girokonten ist das auch keine Geldfrage mehr.

Ein Leben ohne Bankkonto – ist das möglich?

Ein Bankkonto gehört zu unserem täglichen Leben. Wir erhalten Lohn, Gehalt, Renten und andere Zahlungen als bargeldlose Gutschrift und überweisen fällige Rechnungen, entweder mit einem entsprechenden Formular in der Bank oder online am heimischen PC.

Es gibt aber Personen, die über kein eigenes Girokonto verfügen. Vielleicht hat die Bank es wegen negativer Vorkommnisse gekündigt. Dann ist es schwierig, ein neues zu bekommen, weil so etwas rasend schnell in Bankkreisen die Runde macht und außerdem bei Schufa oder KSV dokumentiert wird. Zum Glück gibt es aber in Österreich die Zweite Sparkasse, eine soziale Bank, die tatsächlich jedem ein Bankkonto zur Verfügung stellt.

Dennoch können Sie durchaus auch ohne ein Girokonto zumindest Ihre Rechnungen bezahlen. Wenn Sie etwa Geld auf ein fremdes Konto transferieren möchten, müssen Sie in der Bank ein Formular zur „Bareinzahlung auf fremdes Konto“ ausfüllen und den Betrag bar an der Kasse abliefern. Leider lässt sich jedes Geldinstitut solche Extra-Leistungen ordentlich entlohnen – Beträge von einigen Euro können fällig werden.

Oder wollen Sie vielleicht nur deshalb für eine Zahlung nicht Ihr Konto benutzen, weil Sie anonym bleiben möchten? Vorsicht! Das riecht nach Geldwäsche oder anderen unlauteren Machenschaften. Die Banken sind übrigens verpflichtet, zumindest bei Beträgen ab 10.000 € die Identität des Einzahlers aufzunehmen, manchmal tun sie das auch bereits bei kleineren Summen.

Ein Leben ohne Bankkonto ist heute nur schwer möglich, also behalten Sie immer Ihre Bonität im Auge, und nutzen Sie die sozialen Angebote mancher Banken, wenn Ihnen der Zugang zum Girokonto verwehrt wird!

Falsch überwiesen: Wie kann ich das Geld zurückbekommen?

Vielleicht haben Sie das auch schon erlebt: Sie kontrollieren Ihren Bankauszug und stellen fest, dass ein viel zu hoher Betrag abgegangen ist. Der Handy-Anbieter etwa hat eine Summe abgebucht, die über der auf Ihrer Rechnung liegt. Oder Sie selbst haben sich bei den Überweisungen nicht die nötige Zeit genommen und eine falsche Kontonummer eingesetzt oder auch beim Geld einen Zahlendreher produziert.

Was tun? Still vor sich hinjammern und das Ganze unter „Lehrgeld bezahlen“ ablegen? Keinesfalls! Denn in den meisten Fällen können Sie durch schnelles Handeln noch einiges retten.

Bei einer fehlerhaften Lastschrift etwa haben Sie sogar 42 Tage Zeit, den Betrag – ohne Angabe von Gründen übrigens – zurückzufordern. Ihre Bank erledigt das für Sie. Das ist besonders in den Fällen angenehm, da sich Kriminelle (ohne Ihre Erlaubnis) an Ihrem Konto bedienen.

Aber auch den zu hohen abgebuchten Betrag eines ehrlichen Lieferanten können Sie während dieser Frist zurückholen lassen. Allerdings empfiehlt sich in diesem Fall ein klärender Anruf im Vorfeld – vielleicht haben Sie selbst sich geirrt (was ja auch hin und wieder vorkommen soll).

Wenn das Verschulden jedoch bei Ihnen selbst liegt, wird es weitaus schwieriger, den Fehler auszubügeln. Denn was einmal überwiesen wurde, ist meist bereits beim Empfänger angekommen oder zumindest auf dem Weg dorthin. Wenn Sie sofort mit Ihrer Bank sprechen – das gilt übrigens auch für Online-Überweisungen – haben Sie die Chance, den Zahlungsvorgang noch stoppen zu können.

In allen anderen Fällen müssen Sie sich an den Adressaten wenden und darauf hoffen, dass er Ihnen das Geld erstattet. Leider kann er sich aber stur zeigen. Dann hilft nur noch das finanziell und zeitlich sehr aufwändige gerichtliche Mahnverfahren. Überlegen Sie gut, ob sich das lohnt. Denn Sie riskieren, auch noch für diese Kosten aufkommen zu müssen, wenn Ihr Gegenüber auf stur stellt. Die Bank ist nur Überbringer bzw. Vermittler des Geldes, und hält sich aus dem Verhältnis zwischen Ihnen und dem irrtümlichen Empfänger heraus.

Wenn Sie Ihre Überweisungen selbst vornehmen und nicht durch einen Bankmitarbeiter ausführen lassen, ist es daher ganz wichtig, jede einzelne Ziffer (am besten mehrmals) zu überprüfen. Bei Zahlungen übers Internet können Sie zumindest die Daten des Empfängers speichern und müssen später nur noch auf die Beträge achten.

Girokonto: Was ist das? Wozu braucht man es?

Das Girokonto, das auch als laufendes oder Gehaltskonto bekannt ist, dient dem bargeldlosen Zahlungsverkehr. Arbeitgeber, Rentenanstalten und Arbeitsamt überweisen uns unsere regelmäßigen Bezüge darauf, und wir können selbst die notwenigen Zahlungen darüber abwickeln.

Wenn wir Bargeld benötigen, können wir es an den Bankautomaten, meist rund um die Uhr, mit der Bank-, EC- oder Kreditkarte abheben. Kunden mit guter Bonität erhalten meist einen Dispositionskredit, also die Möglichkeit, ihr Konto bis zu einem bestimmten Betrag zu überziehen.

Während früher noch meist sehr hohe Gebühren allein für das Führen eines Girokontos anfielen, wobei oft sogar jede einzelne Buchung berechnet wurde, gibt es inzwischen völlig kostenlose Girokonten oder zumindest solche, für die nur sehr geringe Spesen zu bezahlen sind. Die in Deutschland bekannte DKB etwa bietet gratis Konten an; ihre Dienste sind inzwischen auch in Österreich verfügbar.

Zwar ist zu bedenken, dass bei den kostenlosen oder sehr günstigen Girokonten so gut wie keine Beratung “von Mensch zu Mensch” stattfindet; aber bei den alltäglichen Transaktionen ist das auch nicht nötig – online kann man sich immer informieren, bzw. das Institut telefonisch kontaktieren. Bei Geldanlagen oder Krediten sollten Sie dagegen nicht auf den persönlichen Kontakt verzichten – dafür werden dann auch wieder Gebühren fällig.

Wer bei der Bank ein Girokonto eröffnen will, muss der Überprüfung seiner Bonität zustimmen, also darin einwilligen, dass die Bank Auskünfte bei KSV oder Schufa einholt. Wenn dort negative Einträge vorliegen, wird die Bank den potentiellen Kunden fast immer ablehnen. Damit auch diese Menschen ebenfalls am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen können, hat die Zweite Sparkasse in Österreich eine erfreuliche Lösung geschaffen: Sie richtet diesem Personenkreis ein Girokonto ein, das aber selbstverständlich ausschließlich im Plus geführt wird.

Der Bankberater möchte ein Gespräch wegen meines überzogenen Kontos. Was soll ich tun?

Gehören auch Sie zu den Menschen, deren Girokonto ständig überzogen ist, die ihren Kreditrahmen über Monate hinweg bis ans Limit ausschöpfen oder sogar darüber hinaus Geld ausgeben? Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Ihr Bankberater Sie anrufen und um ein klärendes Gespräch bitten wird.

Vielleicht sagen Sie jetzt: Wieso? Die Bank verdient schließlich an den Soll- und Überziehungszinsen! Das tut sie zwar tatsächlich, und zwar nicht gerade schlecht. Umso ernster sollten Sie das bevorstehende Gespräch nehmen. Denn wer einige Euro sausen lässt, hat gute Gründe dafür.

Die liegen in einem solchen Fall hauptsächlich darin, dass jeder einzelne Bankberater genau kontrolliert wird. In Zeiten von Basel II und drastisch gesunkener Risikobereitschaft will niemand Gefahr kaufen, von der Revisionsabteilung oder den Vorgesetzten einen Rüffel zu kassieren, der unweigerlich kommen wird, wenn man allzu sorglos mit Überziehungsmöglichkeiten und negativen Salden umgeht.

Den bereits erwähnten Anruf dürfen Sie demnach keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Bereiten Sie sich sorgfältig auf das folgende Bankgespräch vor – nicht nur inhaltlich, sondern auch in Bezug auf Ihre gesamte Erscheinung. Überlegen Sie genau, wie die finanzielle Misere entstehen konnte und vor allem, wie Sie diese Situation wieder in den Griff bekommen können. Machen Sie nur realistische Zusagen, und vor allem: Halten Sie sich künftig daran!

Sie müssen unbedingt klarstellen, dass auch Ihnen daran liegt, Überziehungen zu vermeiden. Daher sollten Sie den Bankberater ernst nehmen und es sich nicht mit ihm verscherzen. Klar, im Notfall haben Sie die Möglichkeit, zu einer anderen Bank zu wechseln. Aber es gibt viele Punkte, die rasend schnell in Bankkreisen die Runde machen.

Stets überzogene Konten und unzuverlässige Zahlungsmoral gehören auf jeden Fall dazu.

Die Bank bietet mir einen Kontorahmen an – wie funktioniert das?

Eine bei Banken und bei Kunden gleichermaßen beliebte Art des Abrufkredits stellt der Kontokorrentkredit dar, auch Kontorahmen oder Dispositionskredit genannt. Dabei erhält der Bankkunde die Erlaubnis, sein Konto bis zu einer bestimmten Höhe überziehen zu dürfen. Bei Privatpersonen mit regelmäßigen Einkünften wie etwa Gehalt, Renten und/ oder Mieten gewährt man ihm meist ein Limit bis zum Dreifachen eben dieser Einnahmen.

Bei Unternehmern wird die Berechnung schwieriger. Hier spielt der Jahresumsatz eine wichtige Rolle, aber auch die geplanten Ein- und Verkäufe kommen zum Tragen. Leider ist es für Geschäftsleute inzwischen sehr schwierig geworden, überhaupt Kredite – gleich welcher Art – zu bekommen. Es ist also ein großes Maß an Überzeugungsarbeit notwendig. Dazu gehört die gute Vorbereitung, und ein Liquiditätsplan sollte schon vor dem Bankgespräch vorliegen, um den Kontorahmen argumentieren zu können.

Für den Bankkunden ist eine solche Überziehungsmöglichkeit deshalb angenehm, weil sie ohne viel Bürokratie zustande kommt. Und es ist grundsätzlich gut zu wissen, dass man für Notfälle noch ein kleines Polster hat.

Sie sollten nur in Ausnahmefällen auf einen Rahmen zurückgreifen, den Ihnen die Bank standardmäßig und ohne Kreditgespräch sowie Sicherheiten anbietet. Denn diese Art der Finanzierung ist äußerst teuer, womit Banken gut verdienen. Neben den Sollzinsen von etwa 9% können noch Überziehungszinsen von 4 – 5% anfallen!

Es kann nicht intensiv genug davor gewarnt werden, den Kontorahmen stets bis ans Limit auszureizen oder – noch schlimmer – ihn bestehen zu lassen und bei einer anderen Bank einen weiteren Dispokredit in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall ist Ihr finanzieller Ruin vorprogrammiert. Wie sollen Sie jemals wieder auf einen grünen Zweig kommen?

Auch die Banken wittern schnell die drohende Gefahr. Wenn auch nur zu ahnen ist, dass sich die Bonität des Kunden verschlechtert, keine oder nur noch weniger regelmäßige Einnahmen eintreffen, sind sie mit einer Kündigung des Kreditrahmens sehr schnell bei der Hand. Diese Möglichkeit haben sie sich im Vertrag – sofern überhaupt einer abgeschlossen wurde – ausdrücklich vorbehalten.

Deshalb ist es grundsätzlich zwar in Ordnung, einen Kontokorrentrahmen zu haben und ab und zu auch zu nutzen, aber jede planbare größere Ausgabe sollten Sie mit einem regulären Kredit finanzieren.

Auswandern – wie regele ich meine Geldangelegenheiten?

Wer auswandern will, hat ganz unterschiedliche Gründe dafür. Die meisten sehen in der Heimat keine Perspektiven mehr und hoffen darauf, im Ausland Fuß fassen zu können. Auch die lässige Lebensart im bevorzugten Land kann Ausschlag gebend sein, was jedoch ein wenig riskant ist. Gefährlich ist übrigens der Traum von einem Leben unter Palmen nach dem Motto: In einer so tollen Umgebung habe ich das ganze Jahr über Urlaub.

Denn wer nicht gerade über enorm viel Geld verfügt und von den Zinsen leben kann, muss sich vor Augen halten, dass auch in fernen Ländern hart gearbeitet wird – ob im Angestelltenverhältnis oder als Unternehmer. Wenn Sie also auswandern möchten, sollten Sie bereits eine nicht nur vage Vorstellung von dem haben, womit Sie dort Ihren Unterhalt verdienen wollen. Das sollte nicht unbedingt der Verkauf von deutscher Bratwurst sein.

Selbst wenn Sie bei der Ausreise bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, ist es wichtig, so viel an finanziellen Reserven zu haben, dass Sie zwei bis drei Monate überstehen können. Denken Sie nur an notwenige Anschaffungen für den Haushalt, Provisionen für den Makler oder Mietkautionen. Es ist übrigens mehr als unwahrscheinlich, dass die heimische Bank Ihnen den Neustart finanziert. Und eine neue im Ausland wird das erst recht nicht tun, wenn Sie als unbekannter Neukunde und ohne Sicherheiten dort ankommen. Da müssen Sie schon selbst genügend angespart haben.

Allerdings ist es unabdingbar, dass Sie Ihre bisherige Bank über Ihre Pläne informieren und gemeinsam wichtige Punkte klären. Bestehen noch Kreditverträge? Wie sollen die zurückgeführt werden? Möchten Sie die eigene Immobilie verkauf oder nur vermieten? Bei einem vorteilhaften Verkauf (der übrigens viel Zeit in Anspruch nimmt!) besteht die Chance, dass Sie nicht nur das Darlehen ablösen, sondern überdies noch weiteres Geld übrig haben. Aber berechnet die Bank vielleicht Vorfälligkeitsgebühren?

Die Vermietung von Haus oder Wohnung könnte eine Alternative sein, denn mit den Einnahmen lässt sich der Kredit bezahlen. Aber haben Sie eine vertrauenswürdige Person vor Ort, die bereit und in der Lage ist, diese Vorgänge zu überwachen? Was passiert, wenn Sie trotz aller Vorsicht an einen Mietnomaden geraten?

Und was ist mit den Sicherheiten? Haben Sie vielleicht Sparguthaben verpfändet, das Sie jetzt dringend benötigen? Auch in diesem Fall ist ein Gespräch mit dem Bankberater unabdingbar.

Generell ist es wichtig, Ihre Bank über Ihre Pläne in Kenntnis zu setzen. Denn ein Bankkonto ist an eine Wohnadresse gebunden. Selbstverständlich dürfen (und sollten) Sie Ihr bisheriges Konto noch eine Weile behalten. Und Sie können natürlich auch Geld davon abheben, was mit den gängigen Kreditkarten auch im Ausland einfach ist. Allerdings ist es ganz wichtig, stets den Kontostand im Auge zu behalten, was via Internet leicht machbar ist.

Denn sehr wahrscheinlich werden keine regelmäßigen Einnahmen mehr auf dieses Konto fließen, was eine – wenn auch geringe – Überziehung unmöglich macht. Mahnungen seitens der Bank sind nur unangenehm und teuer; aber viel schlimmer wird es, wenn man Ihre Karten sperrt. Was dann?

Wenn Sie nach Klärung all dieser Fragen noch einer Person Ihres Vertrauens daheim eine Vollmacht für Ihre Post und auch für Ihre Bankgeschäfte erteilen, können Sie mit ruhigem Gewissen – auch betreffend Bank, Konto und Geld – den Neustart im Ausland wagen.

Girokonto leer – trotzdem Geld abgebucht: Wie ist das möglich?

Banken verdienen ihr Geld (auch) dadurch, dass sie Kredite vergeben und dafür Spesen und Zinsen kassieren. Aber die vergleichsweise niedrigen Beträge für Kontoüberziehungen schlagen ebenfalls ordentlich zu Buche, wenn der einzelne Kunde das auch oft gar nicht so registriert. Denn der Zinssatz dafür bewegt sich oftmals bei 15%, was dem eines Kredithais gleichkommt.

Wenn ein Bankkunde eine akzeptable Bonität hat, er also über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, wenig bis keine Schulden hat und seine Zahlungsmoral ebenfalls gut ist, führen die Banken häufig Zahlungen durch, obwohl der Saldo des Girokontos damit ins Minus rutscht. Die Entscheidung darüber liegt im Ermessen des jeweiligen Betreuers.

Das ist keineswegs nur Freundlichkeit dem Kunden gegenüber, sondern vielmehr ein wichtiges Zubrot für die Bank. Denn an „geduldeten“ Überziehungen (im Vergleich zu den „erlaubten“ bzw. „vereinbarten“) verdient das Geldinstitut besonders gut.

Für Sie als Bankkunde ist es weitaus besser, im Vorfeld mit Ihrer Bank einen Kreditrahmen festzulegen. Bei Arbeitnehmern bewegt er sich meist im bis zu Dreifachen eines Nettogehalts. Solange Sie diese Überziehungsmöglichkeit nicht in Anspruch nehmen, kostet sie auch nichts – darauf sollten Sie bestehen! Und anderenfalls werden lediglich Sollzinsen in Rechnung gestellt, und zumindest die zusätzlichen Überziehungszinsen entfallen.

Selbstverständlich ist es immer besser, gar nicht erst ins Minus zu geraten. Denn immerhin müssen Sie es im Laufe der kommenden Monate wieder auffüllen, wenn Sie nicht irgendwann in der Schuldenfalle sitzen wollen.

Wenn Sie keine gute Bonität vorweisen können, erübrigt sich die Frage nach einem Kontorahmen ohnehin. Denn die Bank wird ihn nicht einräumen. Sie können aber auch von sich aus verlangen, dass Ihr Konto ausschließlich im Plus geführt wird. Dann werden jedoch sorgsame Planung und ständige Überwachung der Salden noch wichtiger, als sie es ohnehin sind.

Warum ist ein Kontorahmen sinnvoll? Und wie hoch sind die Zinsen dafür?

Die Möglichkeit, das Girokonto überziehen zu dürfen, ist sehr beruhigend. Denn es können immer wieder Notfälle auftreten, in denen man kurzfristig darauf zurückgreifen muss, weil das Guthaben des Bankkontos vorübergehend nicht ausreicht.

Die meisten Banken räumen ihren guten Kunden, also denen mit akzeptabler Bonität, von sich aus diesen Dispokredit ein und nehmen es auch hin, wenn dieses Limit mal überschritten wird. Man spricht dann von „erlaubter“ bzw. „geduldeter“ Überziehung.

Gehen Sie besser nicht davon aus, dass bei Ihnen das Guthaben immer ausreichen werde. Wenn das tatsächlich der Fall ist, umso besser. Aber Sie sollten dennoch mit Ihrem Bankberater einen Kontorahmen vereinbaren. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Allerdings müssen Sie immer dafür sorgen, diesen Rahmen nur in Ausnahmefällen in Anspruch zu nehmen. Ständig überzogene Konten machen die Bank misstrauisch, und allzu schnell bittet man Sie zum Gespräch, was noch freundlich formuliert ist.

Da Sie dieses Limit nur selten und auch nur kurzzeitig erreichen bzw. überschreiten (hoffentlich!), sind die Beträge auch überschaubar. Verfallen Sie aber nicht dem Irrtum, dass die entsprechenden Zinsen demnach auch nur Peanuts seien.

Denn das sind sie keineswegs. Neben den eigentlichen Sollzinsen, die meist bei etwa 9% liegen, berechnen die Banken noch die Überziehungszinsen, die für die Überschreitung des Rahmens oder die nicht vereinbarte Kontoüberziehung anfallen. Das sind meist nochmals 3,5% – insgesamt also stolze 13,5%, was schon an einen Kredithai denken lässt.

Wenn Sie sorgsam mit Ihrem Rahmen umgehen, entfallen zumindest die Überziehungszinsen, und über die Sollzinsen lässt sich ebenfalls bestens verhandeln! Achten Sie auch darauf, dass man Ihnen – wenn möglich – keine Bereitstellungsgebühr verrechnet, die vom möglichen Rahmen berechnet wird, egal ob dieser ausgenutzt wird oder nicht. Also: Lassen Sie einen Kreditrahmen einrichten – der liegt meist bei bis zu drei Monatsgehältern oder bei Selbstständigen bei einem Monatsumsatz, und verhandeln Sie Zinsen und Gebühren.

Wenn die Bank Gebühren und Zinsen erhöht und die ihre Rechtsabteilung einschaltet, ist schnelles Handeln Pflicht.

Immer wieder kommt es vor, dass die Bank ihr Verhalten dem Kunden gegenüber negativ verändert. Zinsen und Gebühren schnellen in ungeahnte Höhen, der Betreuer ist plötzlich reserviert, und irgendwann kommt ein Schreiben, dass nunmehr die Rechtsabteilung für uns zuständig sei.

Meist sind dem aber bereits andere Briefe vorausgegangen, und zwar mit Mahnungen oder der „Einladung“ zu einem persönlichen Gespräch. Wer solche Vorboten ignoriert hat, ist in einer ganz schlimmen Lage.

Denn meist hätte ein klärendes Gespräch Abhilfe schaffen können. Hat sich vielleicht Ihre Bonität verschlechtert, weil Sie arbeitslos geworden sind? Oder sind bei Schufa oder KSV negative Erkenntnisse über Sie aufgetaucht? Sind Sie Ihren Verpflichtungen der Bank gegenüber nicht nachgekommen – aus welchen Gründen auch immer?

Vieles davon hätte sich sofort klären lassen und lässt sich oft auch jetzt noch korrigieren. Bestehen die Einträge bei den Auskunfteien (Schufa, KSV, Creditreform, …) tatsächlich zu Recht? Warum konnte es dazu kommen? Woran liegt es, dass Sie sich nicht korrekt verhalten haben?

Suchen Sie spätestens jetzt das Gespräch mit der Bank! Vielleicht können Sie – auch mit der Unterstützung eines Experten – das Schlimmste verhindern. Wenn Sie jetzt meinen, es werde sich mit der Zeit alles schon wieder einrenken lassen, ist Ihr totaler finanzieller Ruin vorprogrammiert.